| Leichtathletik "zwischen den Jahren" |
Eine Winterpause gibt es bei den Leichtathleten eigentlich nicht. Wenn, dann bedeutet dies lediglich eine Abkehr vom Wettkampfbetrieb bei verstärktem Engagement im Training. Ab November werden bereits Schrift für Schritt die Grundlagen für die kommende Saison gebildet. Systematischer Trainingsaufbau über Monate, damit im Frühjahr bei den ersten Wettkämpfen auch erste Erfolge möglich sind. Auch wenn Cheftrainer Daniel Kehret sich einen Urlaub und damit auch einen Verzicht auf eine aktive Trainingsteilnahme für ein paar Wochen gönnte, die Pläne waren bereits fixiert und wurden dank Internet auch vom anderen Ende der Welt aus überwacht. So wie Bundestrainer Jürgen Klinsmann von den USA aus die Bundestruppe auf Weltmeisterkurs bringen möchte, so hat auch Daniel von Sydney aus die Dinge beobachtet und geregelt. Was Klinsi kann, kann Daniel allemal. Allerdings war es Daniel nicht möglich bei einer Ehrung seiner im vergangenen Jahr erfolgreichsten Athletin kurzfristig einzufliegen. Nicole Schneider war bei der Wahl zur Sportlerin der Ortenau des STAZ nominiert. Doch war die Konkurrenz in der Leichtathletik extrem groß, denn mit einem 2. Platz bei den Weltmeisterschaften und einem Europarekord im Speerwerfen konnte Nicole nicht aufwarten. Ihr dritter Platz bei den Deutschen Meisterschaften war zwar durchaus Anlass für eine Würdigung, doch Christina Obergföll hat mit ihren Erfolgen zu Recht den Titel errungen. Doch egal ob Titel oder nicht, zum Jahresabschluss gibt es immer einen Grund zum feiern und die alte Tradition des Jahresabschlussfestes feierte einen Tag vor Silvester eine würdige Neuauflage, Jugendleiterin Simone Schneider nutzte ihre intensiven Beziehungen und sorgte nicht nur für einen Austragungsort, sondern dort auch gleich für einen DJ, der mit schmissigem Sound die Bude zum Beben brachte. Mit intensivem Gesang und auch intensiv begleitenden Bewegungen (je nach kulturellem Blickwinkel als Tanz oder Rumgehopse tituliert), zeigten vor allem die reiferen Athleten ihre Koordinations- und Konditionsfähigkeiten. Übertroffen wurde deren Lärmpegel aber deutlich vom aufkommenden Jubelgeschrei aller jugendlichen Damen. Daniel Kehret kehrte pünktlich als für sie personifizierter Höhepunkt der Veranstaltung nicht nur wieder aus dem Urlaub zurück, sondern auch gleich im "Ochsen" ein. Damit war die Stimmung auf dem Siedepunkt. Auf jeden Fall waren sich darauf alle einig, dass dies ein würdiges Jahresabschlussfest war und die genau so alte Tradition des Wochenabschlussfestes wieder angedacht werden sollte. Doch trotz Ferien und Feiertagen, wahre Athleten kennen keine Pause, im Gegenteil, man muss die Möglichkeiten, welche sich in der freien Zeit zwischen den Jahren bietet nutzen. Egal bei welchem Wetter. Bereits zum 2. mal hat demnach Harald Bauer seine Langstreckenkollegen um sich gesammelt und einen Jahresabschlusslauf organisiert. Im vergangenen Jahr waren es 35 km durch die Vorzone des Schwarzwalds, in diesem Jahr war es die gleiche Distanz in der Rheinebene. Vom Stadion aus durch das Industriegebiet, vorbei an der Schiffswerft und dem Rheindamm folgend bis Auenheim, von wo es durch den Rheinwald wieder zurück nach Freistett ins Stadion ging. Teilweise Schneetreiben sowie Kälte ließ die 8-köpfige Läufergruppe von ihrem Vorhaben nicht abhalten. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein wurden dann für das neue Jahr die Ziele besprochen. Auch wenn unterschiedlich individuelle Wünsche immer wieder vorliegen, einig waren sich alle, dass mit der Teilnahme am Rennsteiglauf am 20. Mai ein gemeinsames wichtiges Ziel vorliegt. Nach aktuellem Stand kann Oberhof mit bereits 18 Läufern des SVF rechnen. Und weitere Interessenten haben sich noch gemeldet. Der Rennsteiglauf ist auf jeden Fall ein Ziel worauf es sich zu trainieren lohnt. Dass Training sich lohnt zeigt Benedikt Bauer immer wieder. Er ist nicht nur der laufende, sondern sogar der rennende Beweis dafür. Sein Fleiß bei Tempoläufen ist unbestritten. Bei den ersten Meisterschaften des Jahres 2006 hat er deshalb auch berechtigterweise den ersten Erfolg vorzuweisen. Mit 2:04,0 min belegte er bei den Baden-Württembergischen Hallenmeisterschaften am 22. Januar den 5. Platz. Der Blick in den Veranstaltungskalender der Leichtathletik zeigt, dass es bis in den März hinein lediglich mit vereinzelten Hallenveranstaltungen weitergeht. Zwar sind auch hier Meisterschaften im Angebot, doch mit den Kreiswaldlauf-Meisterschaften beginnt nicht nur das Frühjahr, sondern dann wieder eine Vielzahl von Veranstaltungen im Freien für welche jetzt die Grundlagen antrainiert werden. Mit dem SVF-Kurier liest man dann alles besser. Gunter Wolf |